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Dienstag, 4. Oktober 2016

Buchstaben

Am Himmel schreiben meine Lippen deinen Namen
Um auch nachts dich bei mir nicht zu missen
Sähen meine Augen ihre Samen
Die Wurzeln liegen im Vermissen

In den Händen halte ich dein Gesicht
Und wickle mich um dich
In deiner Haut ruht fernes Licht
Merkte ich, als dir der Schatten wich

Schwankend, ein Meer voll fließender Zeit
Schwemmt zwischen uns der Tag sein ödes Gewimmel
Ist der Hafen zwar noch weit
Steht doch dein Name schon am Himmel

Mantel

Um einen Brunnen laufen sie
In wildem Schritt und stummen Wort
Was auch jemals geschieh'
Sind ihre Herzen längst schon fort

Geküsst von der Stille Kleid
Spiegelt sich der Mensch im Wasser
Im verschilften Mund singt des Nachtens Leid
Das Wort auf der Zunge
Macht den Regen nasser

Auf Seerosen schwimmen einstige Versprechen
Verborgen in der Blüten Blätter
Wird sie keine Seele brechen
Wartend suchen sie ihre weiten Retter

Wenn nun zwei werden zu einem Paar
Und sich geben ein Versprechen, ganz seicht
Fällt das Wort in Blüten, die Treibenden
Bleibt versiegelt, auch wenn
Diese Liebe nun
Einst war

Schmutziges Geld

Zwischen den Trümmern
Liegt eine einst'ge Welt
Es sollte doch jeden kümmern
Dass pro Sekunde ein Leben zerfällt

Der Tag wird die Nacht
Schwarze Wolken türmen sich, Berge
Keiner, der über die Kinder wacht
Das ganze Land voller Särge

Worte fehlen
Um zu beschreiben
Tod, Trauer und klaffende Kehlen
Die Kugel im Fleisch, wird bleiben

Die einzige Flucht
Geht zu unseren verschränkten Armen
In eine hasserfüllte Bucht
Keine Grenze will sich ihrer erbarmen

So sterben sie vor unseren Augen
Und lieben uns doch immernoch
Obwohl wir sie ihres Lebens berauben
Und die Nacht durch ihren Willen Stich

Helfen, Lieben
Und sich nicht bekriegen
Gilt das noch?

Fluchtweg oben

Ständig zögert meine Hand
Stolpert meine Kraft
Schlägt kopfüber gegen eine Wand
Ich habe doch alles zusammengerafft

Den Ort und die Zeit verlassen
Wo ich deine Stimme hörte
Deine rauhe Zunge wurde so gelassen
Als sie meine Haut zerstörte

Nur ein Schritt
Du wärst wieder da
Doch nach hinten ginge dieser Tritt
Dein Gesicht, deine Hände, dein Haar

Ich zerschlage die Nacht
Und deine Sterne
Renne, bis mein Mund wieder lacht
Suche den Sinn in der Ferne

Konkurrierende Gefühle
Und stupide Tränen
Deine FInger beflecken mich mit Kühle
Nie, darf mein Herz deinen Namen wieder erwähnen

Gehe, fließe fort
An einen weiten Ort
Ohne dieses schreckliche Wort

Linde

Unter einer Linde
Erfindet sich mein Schicksal neu
Vernarbte Rinde
Deine Augen weichen scheu

Unter einer Linde
Verlässt mich deine Hand
Keiner sucht, denn ich finde
Streue hinter mir den Sand

Unter einer Linde
Tanzen die Blätter in der Abendröte
Ruhig, der Erde Kinde
Warten, bis ich dein Bild töte

Zwang und Flucht
Unter dieser Linde
Du, mein Opium, meine Sucht
Wirst zu einer Narbe in meiner Rinde

Es gibt kein Ende

Bei dir
Trug ich Glück auf
Meinem Haupt
Bei dir
Legte ich die Steine weg
Und baute mir
Einen neuen Weg
Anfangen
Starten
Bei dir
Dir
Gab ich meine Haut
Gab ich mein Versprechen
Sinnflutartig
Zog dich der Tag davon
In Spanien hast du dein Lachen gefunden
Ich
Bin weg
Konnte dir nichts geben
Keine Träne hat deinen Durst
Gestillt
Vorbei
Vorbei
Ist es nicht
Mein Meer wird dich immer
Tragen